Zur Zeit der Sowjetunion entstanden im heutigen Georgien rund 100 staatliche Forschungsfarmen, auch Meurneobas genannt, als geplante Modell-Zukunftsdörfer, die Landwirtschaft, Wohnen, Bildung und Kultur verbanden. Nach dem Zerfall der UdSSR wurden sie größtenteils aufgegeben, während die verbliebenen baulichen Strukturen heute vielerorts neu genutzt und umgestaltet werden, teils als dörfliche Strukturen oder als neue Heimat für Vertriebene aus den von Russland besetzten Gebieten.
In mehreren Forschungsprojekten haben Studierende und Mitarbeitende der Free University Tbilisi ausgewählte Meurneobas untersucht, rekonstruiert und historische Prozesse anhand von Archivmaterial aufgearbeitet. Eine gemeinsame Expedition der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Free University Tbilisi richtet den Fokus nun auf das heutige und zukünftige Leben in diesen Strukturen. Wie organisiert sich das Zusammenleben in postsowjetischen Räumen? Und wie verlaufen Transformationsprozesse in Architektur und Alltagspraktiken der Bewohnenden?
Die Website bietet eine wachsende Sammlung von Einblicken in das Leben in georgischen Meurneobas und vermittelt Wünsche, Sorgen und Perspektiven der Bewohnenden. Inhalte lassen sich zeitlich ordnen, thematisch filtern und vergleichen. Zudem können thematische Verknüpfungen erstellt werden, die Geschichten über mehrere Meurneobas hinweg erzählen.