(Land)Karten sind maßstabsgetreue Darstellungen geografischer Gegebenheiten. Karten sind auch Instrumente zur Darstellung geopolitischer Zustände: Sie spiegeln politische Grenzen und strategische Interessen wider. Dabei stellen sie keine objektiven grafischen Repräsentationen dar. Stattdessen verfestigen sie vielfach vereinfachte oder verzerrte Projektionen in den Köpfen der Betrachter*innen. Dienste wie Google Maps spielen dabei eine zentrale Rolle.
Mit über 1 Milliarde regelmäßiger Nutzer:innen ist Google Maps das wohl wichtigste Werkzeug, wenn es um die Nutzung von Karten geht. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass der Dienst vielfach uneindeutige Informationen über beispielsweise Grenzverläufe oder Namen von Gebieten beinhaltet.
Wird die Kartografie durch die voranschreitende Digitalisierung wirklich demokratischer? Und welchen Preis zahlen wir für die verzerrten Repräsentationen unserer Erde?
Vagrant Diplomacy informiert über die Ambivalenz der von Google Maps zur Verfügung gestellten Kartendarstellungen und erzählt Geschichten von kartografischen Missverständnissen und deren Auswirkungen.